Fototipps

Was ein
Bild trägt

Motiv, Licht, Komposition, Tiefenschärfe, Perspektive und der richtige Moment: Darauf lege ich beim Fotografieren am meisten Wert. Es sind auch die Themen, an denen wir auf der Fotoreise arbeiten.

01

Motiv & Aussage

Bevor du auslöst, frag dich: Was will ich zeigen? Viele Bilder scheitern nicht an der Technik, sondern daran, dass nicht klar ist, worum es geht.

  • Ein Hauptmotiv: Entscheide dich für eine Sache, die im Bild die Hauptrolle spielt. Alles andere unterstützt sie.
  • Gefühl statt Ort: Nicht «die Küste» ist das Motiv, sondern der Sturm, die Weite oder die Ruhe davor.
  • Weglassen: Was nicht zur Aussage beiträgt, gehört nicht ins Bild. Geh näher ran oder ändere den Ausschnitt.
  • In einem Satz: Wenn du dein Bild in einem Satz beschreiben kannst, ist die Aussage klar.

02

Licht

Licht ist wichtiger als das Motiv. Derselbe Fjord kann am Mittag flach wirken und eine Minute später, wenn die Sonne durch die Wolken bricht, spektakulär.

  • Goldene Stunde: Kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang ist das Licht weich, warm und wirft lange Schatten.
  • Bewölkt ist kein Problem: Wolken wirken wie eine riesige Softbox. Ideal für Porträts, Wald und Wasserfälle.
  • Auf die Lichter belichten: Bei starken Kontrasten lieber etwas dunkler belichten. Dunkle Bereiche lassen sich retten, ausgefressene Lichter nicht.
  • Warten lohnt sich: In Island ändert das Licht oft innert Minuten. Bleib stehen, wenn eine Wolkenlücke kommt.

03

Komposition

Die Komposition ordnet, was im Bild ist. Sie entscheidet, wohin das Auge zuerst schaut und wie lange es bleibt.

  • Wenige Elemente: Ein Hang, eine Linie, eine Spiegelung. Je klarer die Anordnung, desto stärker die Wirkung.
  • Horizont bewusst setzen: Meist auf eine Drittellinie. Bei Spiegelungen darf er in die Mitte, dort betont er die Symmetrie.
  • Linien nutzen: Wege, Ufer, Zäune und Flüsse führen den Blick zum Hauptmotiv.
  • Vordergrund suchen: Ein Stein, ein Steg oder Gras geben Tiefe. Geh dafür näher ran und tiefer runter.

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Tiefenschärfe

Mit der Blende bestimmst du, was scharf ist und was in Unschärfe verschwindet. So lenkst du den Blick genau dorthin, wo er hin soll.

  • Offene Blende (f/1.8–f/4): wenig Tiefenschärfe, weicher Hintergrund. Für Porträts, Tiere und Details.
  • Geschlossene Blende (f/8–f/11): viel Tiefenschärfe von vorne bis hinten. Für Landschaften mit Vordergrund.
  • Abstand zählt: Je näher du am Motiv bist und je weiter weg der Hintergrund, desto unschärfer wird er.
  • Auf die Augen scharfstellen: Bei Menschen und Tieren müssen die Augen sitzen. Wähle den Fokuspunkt selbst.

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Perspektive

Die meisten Fotos entstehen auf Augenhöhe im Stehen. Schon ein Schritt zur Seite oder in die Hocke macht ein Bild besonders.

  • Tief runter: Aus Bodennähe wirken Tiere und Menschen kraftvoll. Das Bild der Pferde ist fast vom Boden aus entstanden.
  • Auf Augenhöhe: Kinder und Tiere fotografierst du auf ihrer Höhe, nicht von oben herab.
  • Bewegen statt zoomen: Mit den Füssen ändert sich die Perspektive, mit dem Zoom nur der Ausschnitt.
  • Mehrere Varianten: Fotografiere ein Motiv von nah, von weit, von unten und von der Seite. Entscheide erst danach.

06

Der Moment

Bei Tieren und Menschen entscheidet oft eine Sekunde: der Blick in die Kamera, die Mähne im Wind, das Lachen kurz danach. Dieser Moment lässt sich nicht nachholen.

  • Bereit sein: Stell Blende, Zeit und Fokus ein, bevor es passiert. Wer erst dann an der Kamera dreht, verpasst es.
  • Beobachten: Tiere und Menschen haben Muster. Wer eine Weile zuschaut, weiss, wann der Moment kommt.
  • Geduld: Bleib länger als die anderen. Die besten Bilder entstehen oft, wenn alle schon weitergehen.
  • Serienbild: Bei Bewegung mehrere Bilder hintereinander. Aus der Serie wählst du später das eine aus.
  • Abstand halten: Ein gutes Tierbild stört das Tier nicht. Lieber ein längeres Objektiv als ein Schritt zu viel.

Grundlagen

Kenne deine
Kamera

Damit du dich vor dem Motiv aufs Bild konzentrieren kannst, sollten die Einstellungen sitzen. Drei Werte bestimmen die Belichtung:

  • Blendewie viel Licht durchs Objektiv fällt und wie viel scharf ist
  • Verschlusszeitwie lange belichtet wird: kurz friert Bewegung ein, lang lässt Wasser fliessen
  • ISOwie empfindlich der Sensor ist: so tief wie möglich, so hoch wie nötig

Für den Anfang reichen zwei Programme: Blendenpriorität (A / Av), wenn dir die Tiefenschärfe wichtig ist, und Zeitpriorität (S / Tv), wenn sich etwas bewegt. Die Kamera stellt den Rest ein. Wird das Bild zu hell oder zu dunkel, hilft die Belichtungskorrektur (+/−).

Verwackeln vermeiden: Als Faustregel sollte die Verschlusszeit aus der Hand mindestens 1 durch die Brennweite sein, bei 200 mm also 1/200 s. Für Tiere in Bewegung eher 1/1000 s. Reicht das Licht nicht, erhöhe die ISO, statt ein unscharfes Bild zu riskieren.

Schau in deinem Handbuch nach, wo du diese Einstellungen findest, und übe sie zuhause, bis du sie ohne Hinschauen kannst.

Lieber persönlich lernen?

Im Fotokurs zeige ich dir das alles direkt vor dem Motiv: 2–3 Stunden, individuell, CHF 500. Oder schreib mir einfach deine Frage.

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